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Aus
Dokumenten wie Protokollbüchern oder Fahnen geht hervor, dass bereits im
Jahre 1874 ein Gesangsverein und 1741/1895 ein Schützenverein
existierte.
Ein
Spielmannszug wurde erstmals im Jahre 1906 unter der Leitung von Adolf
Kleppe gegründet. Im Laufe der Zeit haben sich die insgesamt heutigen 9
Sparten an den VfB Eberschütz 06/20 e.V. angeschlossen.
Zur
Bezeichnung des Vereins 06/20 e. V. bedarf es einiger Erklärungen:
Im Jahr 1906 versammelten sich 20 junge Menschen, um einen Turnverein zu
gründen. Von diesen jungen Leuten hatten nur wenige das 20. Lebensjahr
überschritten. Man wählte den 1. Vorsitzenden Julius Kechel. Nach
Ausarbeitung der Statuten wurden diese der Gemeindebehörde zur
Genehmigung vorgelegt. Wörtlich heißt es in der Festzeitschrift 1951 zum
45-jährigen Bestehens des Vereins:
So
wie gegen alles Neue, besonders bei den älteren Leuten, eine Abneigung
besteht, so war es auch bei dem Unternehmen der jungen Turner.“ Die
Gemeindebehörde lehnte den Verein ab. Anschließend wurde eine Abordnung
des neu zu gründenden Vereins im Landratsamt vorstellig. Hier brachte
man der Sache mehr Verständnis entgegen und durch das Einwirken des
Landrats gab dann auch die Gemeindebehörde ihre Zustimmung.
Nun konnte das Turnen beginnen, aber es fehlten die dazu erforderlichen
Geräte. Ebenso fehlte es an den nötigen Mitteln, diese Geräte
anzuschaffen. Der bereits bestehende Turnverein in Hümme, der die
Eberschützer sicherlich zur Vereinsgründung motiviert hat, erklärte sich
bereit, dass die Eberschützer ihre Geräte mit nutzen durften. Es war für
die Eberschützer bestimmt ein großes Opfer, fast ein Jahr lang zweimal
in der Woche nach Hümme zu gehen (heute kaum
vorzustellen!). Aber die Begeisterung half über diese Unannehmlichkeiten
hinweg.
Nachdem
die Hümmer einige Geräte leihweise zur Verfügung stellten, konnte das
Turnen endlich in Eberschütz stattfinden. Einige Geräte wurden später
käuflich erworben. Der Verein wurde in der Folge dem Weser-Diemelgau
angeschlossen. Erfolge bei der Teilnahme am ersten Gauturnen stellten
sich schnell ein. Dies war auch die Zeit, in dem unter Leitung von Adolf
Kleppe ein strammer Spielmannszug entstand.
Einen
großen Förderer hatte der Verein an dem Mitglied und gleichzeitigen
Vereinswirt Friedrich Klinge. Er war nicht nur ein guter Berater,
sondern auch des Vereins finanzielle Kraft bei der Anschaffung von
Geräten. Mit dem geschmückten Leiterwagen hat er die Turner sehr oft zu
benachbarten Turnfesten gefahren. Der Fuhrlohn bestand meist darin, dass
Klinge den Turnern für ihre Leistungen ein Fass Bier spendete!
Der
erste Vorsitzende des Gaues, Herr Wicke aus Lippoldsberg, war ein guter
Freund von Klinge. Dieser Freundschaft ist es wohl auch zuzuschreiben,
dass 1911 das Gauturnfest in Eberschütz, verbunden mit Fahnenweihe,
stattfand. Die kostbare Fahnenschleife trug die Aufschrift: Dem
Turnverein Eberschütz, August 1911, gewidmet von den Jungfrauen. Etwa
1000 Turner bevölkerten zwei Tage lang unseren Ort. Mit den erzielten
Einnahmen waren alle finanziellen Nöte des Vereins behoben. Einige Namen
der besten Turner damals waren: Konrad Hoff, Karl Koch, Konrad Koch,
Friedrich Sasse, Friedrich Engelbrecht, Gustav Kleppe, Adolf Kleppe,
Wilhelm Scheele und Julius Kechel.
In
der Jugendriege wuchs dem Verein ein Tuner heran, der zu den größten
Hoffnungen Berechtigung gab. Als dieser erst 18-jährig in die
Männerriege eingereiht wurde und am ersten Gauturnen teilnahm, wurden
alle Erwartungen übertroffen. Er brachte es fertig, den ersten Preis
nach Eberschütz zu bringen. Zum nächsten Deutschen Turnfest in Leipzig
brachte dieser junge Turner unserem Verein die Ehre, als Vertreter des
Weser-Diemelgaues dorthin entsandt zu werden. Er erwarb sich dort sogar
eine Ehrenurkunde. Es war der Schlosser Richard Aschermann. Auf dem
Schlachtfeld in Galizien fand er als junger Unteroffizier den Tod. Außer
ihm kehrten auch viele der Besten aus dem Krieg nicht mehr zurück. Von
den wenigen zurückgebliebenen wurde der Verein während des 1.
Weltkrieges aufrechterhalten.
Somit
ergibt sich aus der vorgenannten Erklärung zum Vereinsnamen zunächst die
Jahreszahl „06“ als Gründungsjahr des Turnvereins Eberschütz.
Bleibt
also noch der Zusatz „20“ zu erklären:
Als
im Jahre 1919 der Lehrer Gerhold, ein begeisterter Sportsmann, in
unseren Ort kam und dem Turnverein als Mitglied beitrat, erhielt
derselbe merklichen Auftrieb besonders nach der sportlichen Seite. Neben
Faust- und Schlagballspiel und leichtathletischen Übungen wurde
besonders das Fußballspiel gepflegt. Nach dem Weltkrieg war überall auf
dem Gebiete des Fußballsportes ein sichtbarer Auftrieb zu spüren, und wo
ein begeisterter Anhänger dieses Sportes dafür persönlich warb durch
aktive Beteiligung, hatte er naturgemäß die gesamte Jugend hinter sich.“
(Original-Zitat)
So
verständlich es vom Standpunkt der Vereinsleitung des Turnvereins sein
mag, im Interesse des Turnens diese Entwicklung aufmerksam zu verfolgen,
so unverständlich war es, wenn sie nun den Versuch machte, das
Fußballspiel zunächst zu unterbinden. Das konnte eine zeitlang gut
gehen. Doch auf die Dauer ließ es sich nicht eindämmen, denn die
Erscheinung war nicht etwa auf Eberschütz beschränkt, es war die
Entwicklung des Sportes nach dem Weltkrieg.
So
kam es, dass eines Tages nach einem Spiel mit einem Fußball aus
Privatbesitz auf dem Sandwurf, einer mit Obstbäumen bestandenen
Gänseweide, einige ältere Sportler unterstützt von den Jugendlichen,
über den Zusammenschluss aller Sportfreunde in einem neuen Verein
berieten. In einer Zusammenkunft im Saale Wilhelm Klode wurde dann im
Sommer 1920 beschlossen, einen Sportverein zu gründen. Sein genauer Name
sollte in einer erneuten Versammlung nach Werbung neuer Mitglieder
festgelegt werden. Inzwischen sollte ein Ball beschafft und sofort mit
dem Spielen begonnen werden. Es stand zwar kein ausgesprochener
Sportplatz zur Verfügung, man begnügte sich zunächst mit dem Trainieren
auf dem Sandwurf. Für Wettspiele stellte freundlicherweise Wilhelm Klode
seine Wiese zur Verfügung. Wasserbreite und Dingel waren gleichfalls
Aushilfsplätze, auf denen gespielt wurde, jedoch waren bei all denen
Schwierigkeiten zu überwinden, besonders bei der Wasserbreite von Seiten
der Gemeinde. Wollte sich der Verein, dessen Name auf VfB (Verein für
Bewegungsspiele) festgelegt wurde, aufwärts entwickeln, so war unbedingt
die Schaffung eines geeigneten Sportplatzes notwendig.
Nachdem
die Verhandlungen mit der Gemeindebehörde vergeblich waren, setzte sich
der Vorstand des Vereins mit dem Kreisjugendpfleger Dr. Riemann aus
Hofgeismar in Verbindung. Zunächst konnte auch dieser keinen Erfolg bei
der Gemeinde erzielen. Der Widerstand gegen den jungen Verein war
erheblich, jedoch ließen sowohl der Vorstand als auch die Mitglieder in
ihrem Bestreben, dem Verein einen Sportplatz zu erstellen, nicht nach.
Um
den Willen des neuen Vereins auch nach außen sichtbar zu machen, wurde
die Schaffung eines Vereinsbanners in die Wege geleitet. Unter
Verwendung der Vereinsfarben blau-weiß wurde von Fräulein Marie
Kellermann in mühevoller Arbeit ein neues Banner gestickt. Es zeigte auf
der einen Seite den Namen des Vereins mit der Jahreszahl 1920 und auf
der anderen einen großen Fußball, alles in weißer Seide auf blauem
Grund. Leider ist dieser schöne Banner nach der in 1933 erfolgter
Beschlagnahme bis heute nicht mehr auffindbar.
Der
Verein fand bald derartigen Zuwachs, dass zwei, sogar drei Mannschaften
aufgestellt werden konnten. Es mussten also nun endlich energische
Schritte unternommen werden, um zu einem Sportplatz zu kommen. Sowohl
der Landrat als auch der Kreisjugendpfleger wurden eindringlich darauf
hingewiesen, dass nunmehr der Jugend von Eberschütz durch Beschaffung
eines Sportplatzes geholfen werden müsste. Erneute Besichtigung der
vorgeschlagen Projekte hatten den Erfolg, dass im Jahre 1922 dem Verein
ein Platz zugewiesen wurde.
Erst
im Spätsommer 1923 wurde ein Sportplatz an der Diemel fertig gestellt,
nachdem ein Jahr zuvor dem Verein das Gelände zugewiesen wurde und ein
Teil einer Kastanienallee dem Bau des Sportplatzes weichen musste. Auch
damals war es notwendig, dass die Vereinsmitglieder die Arbeiten selbst
ausführen mussten. Der Antrag des Vereins auf Bewilligung eines
Zuschusses für die unentgeltlich von den Mitgliedern durchgeführten
Arbeiten konnte nach dem Schreiben des damaligen Landrates Graf Solms
nicht stattgegeben werden (Inflation). In dem genannten Schreiben vom
23.11.1923 würdigte der Landrat ausdrücklich die fleißige und mühevolle
Arbeit der Vereinsmitglieder.
Nun
war der Weg für den Aufstieg des Vereins frei. Da im Kreis inzwischen
andere Vereine ins Leben gerufen wurden, einigten sich die Vertreter von
zunächst sieben Vereinen in Immenhausen, einen Kreissportbund Hofgeismar
zu gründen. In den alljährlich durchgeführten Serienspielen hat der
Verein merkliche Erfolge erzielt.
Einer
Anregung von sangesfreudigen Mitgliedern zufolge wurde eine
Gesangsabteilung gegründet, nachdem zuvor schon längere Zeit ein
Damenchor bestanden hatte. Es wurden Männerchöre, Frauenchöre und
gemischte Chöre gesungen und damit die Veranstaltungen des Vereins
verschönt. Ferner hatte der Verein im Laufe der Zeit sich eine Bücherei
zugelegt und Bildungsabende veranstaltet, die sich einer guten
Beteiligung erfreuten.
Die
alljährlich am Jahresabschluss stattfindenden Generalversammlungen
wählten fast immer wieder den alten Vorstand, insbesondere in steter
Folge den ersten Vorsitzenden Karl Trottier und den Kassierer Hermann
Schützenmeister. Die stetige Wiederwahl dieser Männer beweist, dass der
Verein seine wichtigsten Ämter in den richtigen Händen wusste.
In
einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 14.08.1927 wurde nach
Auflösung des Kreissportbundes der Übertritt des Vereins zum Arbeiter-,
Turn- und Sportbund beschlossen. Nach dem Übertritt wurde eine
Männerturnabteilung ins Leben gerufen, welcher sich kurz danach eine
Damenriege angliederte. An den hervorragenden Leistungen und Erfolgen
der Turnabteilung hatte Turnerkamerad Hugo Andre’ wesentlichen Anteil.
Erwähnt sei hier, dass die beste Turnerin, Johanna Klode, im Jahre 1931
in Eschwege den 1. Preis der Jugendklasse errang. Die Vereinsstärke
erreichte 1930 laut Protokollbuch 72 Mitglieder, davon 20 Jugendliche.
Im
Jahr 1931 beging man das 25-jährige Vereinsjubiläum des Turnvereins
Eberschütz 1906.
Im
Jahr 1932 wurde ein verdientes Mitglied, der langjährige Vereinswirt
Wilhelm Klode, zum Ehrenmitglied ernannt. Allen Mitgliedern sollten die
fröhlichen Stunden im Lokal Klode unvergesslich sein. Dabei muss der
Vollständigkeit halber und auch aus Dankbarkeit seine Ehefrau an dieser
Stelle genannt werden, deren gute Küche allen alten Vereinsmitgliedern
noch in guter Erinnerung ist. Und es war gut so, dass Einigkeit,
Frohsinn und Ernst die Mitglieder vereinten in manch geselliger Stunde,
denn bald machte die politisch bewegte Zeit sich geltend und auch die
Arbeitslosigkeit brachte Schwierigkeiten für den Verein. Jedoch hielt
der Verein allen Stürmen stand, bis er nach seiner letzten Versammlung
am 28. März 1933 der Gewalt weichen musste und aufgelöst wurde.
Damit
war die 13-jährige Wirksamkeit eines Vereins abgeschlossen, der nur das
Beste gewollt und soweit es in seinen Kräften stand, auch erreicht
hatte. Diese Erfolge berechtigten und ermutigten viele Mitglieder zu der
Hoffnung, dass diese gewaltsame Maßnahme nur eine Unterbrechung sein
würde, wie es sich auch bestätigt hat. Am Schluss dieses
zwischenzeitlichen Rückblicks ist es notwendig und gerecht, ein
verdientes Mitglied noch einmal besonders zu erwähnen, den Lehrer August
Gerhold. Er war die lebendige, geistige Triebfeder des Vereins. Selbst
aktiver Sportler, hat er keine Mühe und kein Opfer gescheut, das
Vereinsleben voranzutreiben, hat mit viel Idealismus und Begeisterung
allen Widerwärtigkeiten getrotzt und manche persönliche
Unannehmlichkeiten auf sich nehmen müssen. Das soll ihm unvergessen
bleiben. Nicht vergessen werden sollen auch die treuen passiven
Mitglieder, die unverdrossen jahraus, jahrein den Verein bzw. seine
Mannschaften auf ihren Fahrten und Spielen begleiteten und sich ihnen
verbunden fühlten. Sie haben damit nicht nur den Eifer der Spieler
gefördert, sondern auch dem Vereinsinteresse damit gedient. Das sei
ihnen allen an diese Stelle gedankt.
Aus
der Geschichte des VfB Eberschütz ist ersichtlich, dass die Spaltung der
Turn- und Sportbewegung in zwei Vereine nicht aus politischen Motiven
erfolgte. Auch war das Zusammenleben beider Verein im Großen und Ganzen
korrekt und ohne wesentliche Spannungen, waren doch lange Zeit hindurch
viele Mitglieder des neu gegründeten Sportvereins VfB gleichzeitig
Mitglieder des D. T..
Dies fest zu stellen, ist heute sehr wichtig. Erst mit der Verschärfung
der parteipolitischen Lage wurden politische Tendenzen in die Vereine
getragen oder richtiger ausgedrückt, wurden die beiden Vereinigungen vom
parteipolitischen Standpunkt her gesehen. Die Arbeit in beiden Vereinen
war rein sportlicher und turnerischer Art und so muss auch hier die
Tätigkeit des D. T. nach 1920 gewürdigt werden. Er widmete sich seiner
Tendenz nach in der Hauptsache dem Geräteturnen und war somit an den
Kämpfen um den Sportplatz nicht unmittelbar beteiligt. Es wurden auch
Versuche unternommen, die Leichtathletik und das Ballspiel im Verein zu
betreiben, wie aus den Versammlungsprotokollen aus dieser Zeit
hervorgeht.
Im
Sommer 1925 wurde dem Verein eine Frauenriege angegliedert. Außer dem
Geräteturnen pflegten die Turnerinnen mit Interesse und Eifer den
Volkstanz. Als Wertmesser für die Leistungen galt in dem D. T. das
Deutsche Turn- und Sportabzeichen. Es wurde laut Protokollbuch von den
Mitgliedern Karl Stolze, Willi Koch, Rikchen Ritter und Hedwig Schnare
erworben.
Auch
der Deutsche Turnverein wurde ein Opfer der Zeit. Zwar erschien noch
einmal im Jahr 1934 eine Neubelebung möglich, als nach einer groß
angelegten Werbewoche eine Anzahl ehemaliger Mitglieder des aufgelösten
Sportvereins zusammenkamen und eine Fußballmannschaft gemeldet werden
konnte. Doch war es nur ein letztes Aufflackern. Das letzte
Versammlungsprotokoll des Vereins ist am 12.12.1934 geschrieben und
unterzeichnet von Karl Fehr als 1. Vorsitzenden und Willi Koch als
Schriftführer.
Nach
Beendigung eines sinnlosen Krieges, der sehr viele Opfer forderte, traf
man sich bereits im Sommer 1945, um das Fußball spielen wieder ins Leben
zu rufen. Unter Führung von Julius Horbrügger und Karl Lange konnten im
Jahr 1945 bereits 10 Freundschaftsspiele absolviert werden. Zu jedem
Spiel war eine besondere Genehmigung des amerikanischen Ortskommandanten
einzuholen.
Am
29.12.1945 ließ man dann im Gasthaus Scheele den VfB wieder neu
aufleben. Die ehemaligen Vorstandsmitglieder stellten sich erneut zur
Verfügung:
|
1.
Vorsitzender |
Karl
Trottier |
|
2.
Vorsitzender |
Heinrich
Scherp |
|
Kassierer
|
Hermann
Schützenmeister |
|
Schriftführer |
Rudolf
Riese |
|
Jugendleiter |
Fritz
Leister |
Erfreulich
war, dass nach den Leiden des Krieges sich besonders aus den Reihen der
Ostflüchtlinge viele Vereinsmitglieder anmeldeten und eifrig am
Vereinsleben teilnahmen. Hier zeigte sich die Möglichkeit und Kraft
eines Sportvereins, wie er mit seiner sportlichen und kulturellen
Vielfalt Freunde menschlich näher gebracht hat.
Zunächst
wurde das Fußballspiel mit Eifer und Hingabe gepflegt. Der alte Betreuer
der Fußballsparte im früheren VfB, Karl Jäger II, nahm sich der
Organisation dieses Sportzweiges besonders an. Es gelang ihm,
nacheinander eine erste, eine zweite und eine Jugendmannschaft
aufzustellen und auszubilden. Besonders erfreulich war die
Jugendmannschaft. Sie kämpfte sich im Jahr 1947 bis zum Kreismeister
empor. Eine Damenhandballmannschaft, die es anfänglich ebenfalls zu
bemerkenswerten Leistungen brachte, ist leider wieder auseinander
gefallen. Dagegen hat das Frauenturnen unter der Leitung des Turnwarts
Heinrich Fehr einen erfreulichen Aufschwung genommen. Nicht ganz so
erfolgreich war der Versuch, das Geräteturnen der Männer wieder
aufzunehmen.
Ebenfalls
ausgebaut wurde die kulturelle Schiene des VfB. Im Herbst 1947 gründete
der Lehrer Brede eine Chorabteilung und unter Leitung von Franz
Slyvinsky gab es eine Laienspielgruppe.
In
der Erkenntnis, dass die Leitung des Vereins in die Hände junger
Menschen gehöre, betonten die im Jahr 1945 gewählten Vorstandsmitglieder
in uneigennütziger Weise, dass sie ihre Ämter sofort zur Verfügung
stellen würden, wenn für jüngere Kräfte die Bahn in die Vereinsleitung
frei sei. Dieser Zeitpunkt war auf der Jahreshauptversammlung 1949
gekommen. Der gesamte Vorstand von 1945 trat zurück und die Versammlung
wählte in die Vereinsleitung als
|
1.
Vorsitzender |
Adolf Klode |
|
2.
Vorsitzender |
Franz
Slyvinsky |
|
Kassierer
|
Kurt
Honrath |
|
Schriftführer |
Ewald
Horbrügger |
|
Jugendleiter |
Heinrich
Fehr |
|
Technischen
Leiter |
Adolf
Brenne |
Der
jungen Vereinsleitung erwachsen in der Zukunft noch bedeutende Aufgaben.
Neben der allgemeinen Förderung und Pflege des Sports wird sie ihre
besondere Aufmerksamkeit dem Geräteturnen und der Leichtathletik
schenken. Sie wird sich der Verbesserung des Sportplatzes mit Anlage
einer Aschenbahn widmen und den Ausbau des Badeplatzes mit Errichtung
eines Umkleideraumes und Bootshauses zur Pflege des Wassersports
betreiben.
Die
Vereinsleitung wird alle diese Aufgaben mit Entschlossenheit und Energie
aufgreifen in der Erkenntnis, dass das Werk unserer Jugend gilt, ihrer
körperlichen und moralischen Ertüchtigung. Drei weitere Abteilungen
vergrößerten die sportliche Vielfalt des VfB: 1949 formierte sich der
Spielmannszug neu. Die Abteilungen Tischtennis wurde 1959 und die
Schützenabteilung 1961 gegründet.
Am
18. April 1964 war es dann soweit: Der „Turnverein Eberschütz 1906“ und
der „Verein für Bewegungsspiele 1920 e.V.“ schlossen sich zusammen. Der
neue Vereinsname lautete:
Verein für
Bewegungsspiele 1906/1920 e. V.
Die
Vereinsfarben waren weiterhin blau-weiß.
Der
frühe Tod von Vereinsvorsitzenden Adolf Klode in 1968 war für den Verein
ein großer Verlust. Neu in das Amt als 1. Vorsitzender wurde Herbert
Stenda gewählt, der immer bestrebt war, im Sinne der alten
Vereinsführung zum Wohle des Sports und der Jugend, weiterzuarbeiten.
Am
05. Mai 1974 fand das 1016. Fußballspiel statt. Es war das letzte Spiel
der eigenständigen Fußballmannschaft des VfB.
Eberschütz
siegte gegen Liebenau 2:1. Die Abteilung Fußball des VfB und die des SSV
Lamerden schlossen sich am 01. Juni 1974 zu einer Spielgemeinschaft
zusammen unter dem Namen: „Spielgemeinschaft Diemeltal“, kurz SGD.
Insgesamt weist der VfB Eberschütz heute neun Sparten mit über 400
Mitgliedern auf. Nach dem Zusammenschluss 1964 wurde 1971 die
Gymnastikabteilung gegründet und 1987 die Abteilung Tennis. Die jüngste
Sparte ist die 1998 entstandene Abteilung Aerobic.
Großen Teamgeist haben die VfB'ler immer dann bewiesen, wenn es galt
bauliche Leistungen zu erbringen. Der in den 20er Jahren erstellte
Sportplatz wurde 1967 von Grund auf erneuert. Im Jahr 1972 wurde das
Umkleidehaus anlässlich des Adolf-Klode-Gedächnisturniers seiner
Bestimmung übergeben. 1977 erhielt der Sportplatz eine Flutlichtanlage.
Das Umkleidehaus wurde 1978 zu einem Sporthaus mit 8
Luftgewehr-Schiessständen erweitert. 1988 konnten zwei Tennisplätze
ihrer Bestimmung übergeben werden.
Die
wohl größte Leistung in der Vereinsgeschichte des VfB wurde nach 21
Monaten Bauzeit vollendet: Die Errichtung der DIEMELTALHALLE EBERSCHÜTZ.
am 02. September 1994 wurde die neue Sporthalle offiziell eingeweiht.
Rechtzeitig zur 950-Jahr-Feier werden auch die Außenanlagen fertig
gestellt, so dass man sagen kann: hier im Diemelbogen, an der Stelle wo
einst die Kastanien dem Sportplatz weichen mussten, ist eine respektable
Sportanlage entstanden.
Diese
Anlage wird reichlich genutzt, für Sportereignisse ebenso wie für
kulturelle Veranstaltungen. In 1995 feierten wir das Jubiläum „75 Jahre
VfB Eberschütz 06/20 e.V.“, ein Jahr später waren es die Feierlichkeiten
zum 90 jährigen Geburtstag in Erinnerung an den 1906 gegründeten
Turnverein. 1997 veranstaltete der Heimat- und Geschichtsverein
anlässlich der 950-Jahr-Feier im Juli eine Festwoche. Viele Mitglieder
dieses jüngsten Vereins in Eberschütz sind auch VfB'ler und haben
seither den Heimat- und Geschichtsverein mit Rat und Tat unterstützt.
Der
Ort Eberschütz und die Vereinsgeschichte des VfB bilden eine
Gemeinsamkeit. Ihre Fortsetzung haben Sie in dem Kreisschützenfest vom
10.-13.August 2001 mit Beteiligung der Abteilung Spielmannszug, die das
90-jährige, und der Schützenabteilung, die das 40-jährige Jubiläum
begehen konnte, erleben können. Im Jahr 2006 erreichten wir sicher den
bisher wichtigsten Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte:
100 Jahre Verein
für Bewegungsspiele Eberschütz 06/20 e. V.
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